{"id":506,"date":"2012-09-14T10:22:45","date_gmt":"2012-09-14T09:22:45","guid":{"rendered":"http:\/\/tauschkreise.at\/?p=506"},"modified":"2015-07-12T16:41:52","modified_gmt":"2015-07-12T15:41:52","slug":"ernahrungssouveranitat-zusammenfassung-zum-letzten-tk-treffen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.tauschkreise.at\/?p=506","title":{"rendered":"Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t &#8211; Zusammenfassung zum letzten TK-Treffen"},"content":{"rendered":"<p>(fk) Beim ersten Tauschkreistreffen nach den Sommer am 5. Sept. haben wieder an die 40 Mitglieder und Interessierte teil genommen.<br \/>\n10 haben sich neu als Mitglied angemeldet. Ich denke, im Rahmen einer eigenen Vorstellungsplattform soll Neumitgliedern die Gelegenheit geboten werden sich bekannt zu machen.<\/p>\n<p>Dem Interesse an einer qualitativen Selbstversorgung wurde mit einem Beitrag von Fritz zur Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t ein zus\u00e4tzlicher Impuls gesetzt. (siehe Anhang)<br \/>\nBereits tags darauf hielt Heinrich einen Vortrag im Pfarrzentrum Gneis. Weitere werden folgen &#8211; am 1. Mittwoch im Oktober wird Evelyn einen Beitrag gestalten.<\/p>\n<p>Mittlerweile hat sich auch schon eine Initiativegruppe &#8222;Garten&#8220; organisiert, in der Ideen entwickelt werden, wie man gemeinsam von Tauschkreismitgliedern verf\u00fcgbare G\u00e4rten nutzen und gestalten kann.<br \/>\nDas n\u00e4chste Treffen findet am Donnerstag 27. September um 17:30 bei Rudi statt.<br \/>\nInformationen dazu gibts bei Bernhard (S077). <!--more--><\/p>\n<p><strong>Zusammenfassung vom Vortrag und Diskussion:<\/strong><br \/>\nBeim Thema Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t geht es f\u00fcr mich darum, dass m\u00f6glichst viele Menschen die Qualit\u00e4tsentscheidung, das Recht f\u00fcr die Produktionsbedingungen und die Organisation f\u00fcr die Verf\u00fcgbarkeit ihrer Ern\u00e4hrung selbst in die Hand nehmen.<br \/>\nIch hatte Gelegenheit, Fritjof Capra (Physiker, Philosoph und Buchautor mit ganzheitlich<br \/>\nsystemischer Sichtweise) k\u00fcrzlich anl\u00e4sslich des 30-Jahr-Jubil\u00e4ums des Kulturvereins bei seinem Festvortrag zu h\u00f6ren. Capra hatte ja ebenfalls vor 30 Jahren sein viel beachtetes Buch \u201eWendezeit\u201c geschrieben, in dem er (sowie auch der Club of Rome) die Gefahr der Vernichtung unserer Lebensgrundlagen beschrieb. Die Menschheit h\u00e4tte heute nur mehr eine Chance durch eine radikale Abkehr von einer Volks-wirtschaft der Zerst\u00f6rung und Vergeudung. Ein Paradigmenwechsel sei notwendig, der die Ausbeutung von Natur und Mensch durch Kapitalismus, Patriarchat, Imperialismus und Militarismus abl\u00f6st und sich stattdessen mehr auf die Grundwerte Erhaltung, Kooperation, Partnerschaft, Qualit\u00e4t, kurz einen respektvollen Umgang mit Mensch, Natur und<br \/>\nUmwelt st\u00fctzt.<\/p>\n<p>Capra betont u.a. die Wichtigkeit des grundlegenden Verst\u00e4ndnisses der Organisationsprinzipien, wie sie in der Natur wirken sowie die Nutzung von funktionalen Netzwerken. Hier setzt er vor allem auf die Vernetzung und verst\u00e4rkte Einflussnahme der NGOs (Nichtregierungsorganisationen) durch Bewusstseinsbildung und erfolgreiche F\u00f6rderung qualitativer Entscheidungsprozesse.<br \/>\nStatt eines irrationalen linearen quantitativen Wachstums, das noch immer von den politischen \u201eEliten\u201c gefordert wird, braucht es neue Regeln im Sinne der \u201eGlobal-Justice\u201c-Bewegung (f\u00fcr globale Gerechtigkeit auf vielen Ebenen). Nur so k\u00f6nne der Automatismus eines au\u00dfer Kontrolle geratenen computergesteuerten parasitischen Finanzsystems mit dem einzigen Ziel der Macht- und Profit-maximierung gestoppt werden. Statt sich an Parametern des BIP (Bruttoinlandsprodukt) oder an Aktienkursen zu orientieren, die den Wachstumszwang als Zerst\u00f6rungs- und Vergeudungs-<br \/>\nwirtschaft forcieren und au\u00dfer Profiten f\u00fcr einige wenige nur Naturzerst\u00f6rung, Demokratieverlust, Ressourcenvergeudung, wachsende Armut und Entfremdung bewirken, braucht es endlich ein qualitatives, \u00f6kologisches und soziales Wachstum.<br \/>\nWir alle erleben t\u00e4glich die fragw\u00fcrdigen Ergebnisse der Wachstumswirtschaft deren Erzeugnisse mit manipulierten Ablaufdaten und Haltbarkeiten die Abfallcontainer vor Gro\u00dfm\u00e4rkten und Wohnh\u00e4usern f\u00fcllen, die industriellen M\u00fcllberge und die Endlagerung des Giftm\u00fclls au\u00dfer Kontrolle geraten lassen und durch den immer noch wachsenden Schadstoffaussto\u00df unsere Atmosph\u00e4re zerst\u00f6ren. &#8211; Das alles spiegelt sich absurder Weise in positiven Wirtschaftskennzahlen.<br \/>\n(So weit die Ankn\u00fcpfung an den Vortrag von Capra.)<\/p>\n<p>Auch im agrarischen Bereich ist es eine \u00fcberwiegend industrialisierte Landwirtschaft, die von wenigen transnationalen Konzernen und einer kleinen Gruppe von m\u00e4chtigen Handelsketten kontrolliert wird. F\u00fcr diese schafft dieses System enorme Profite.<br \/>\nAus einer globalen Perspektive versagt dieses Modell aber darin, Nahrungsmittel bereitzustellen, die den Menschen n\u00fctzen sowie gesund und erschwinglich sind. Stattdessen verschiebt sich der Fokus immer st\u00e4rker auf die Produktion von Rohstoffen f\u00fcr Agrartreibstoffe, Futtermittel und die industrielle Verwertung. Global und auf l\u00e4ngere Sicht bedroht dieser Landraub die Versorgung von immer mehr Menschen, ehemals fruchtbare Natur- und Kulturlandschaften bleiben nach kurzer Zeit verw\u00fcstet und unbrauchbar zur\u00fcck.<br \/>\nDas industrielle Produktionsmodell ist enorm von endlichen fossilen Treibstoffen und chemischen Hilfsmitteln abh\u00e4ngig und erkennt die Begrenztheit der Ressourcen wie Boden und Wasser nicht an. Industrielle Landwirtschaft ist wesentlich verantwortlich f\u00fcr den drastischen Verlust von Artenvielfalt und Bodenfruchtbarkeit und tr\u00e4gt zum Klimawandel bei. Sie entfremdet uns immer mehr von einem respektvollen und nachhaltigen Umgang mit der Natur.<br \/>\nDass die Erde in einer solchen Art und Weise behandelt und ausgebeutet wird, ist durch die globale Zerst\u00f6rung der Lebensgrundlagen die wesentliche Ursache f\u00fcr Armut im l\u00e4ndlichen Raum und den Hunger und Durst, unter dem mehr als eine Milliarde Menschen weltweit leiden.<br \/>\nDiese \u201eZukunftslosigkeit\u201c f\u00fchrt zur systematischen Verarmung von Millionen von Menschen, f\u00fcr die es auf dem globalen Marktplatz keinen Platz gibt &#8211; die so genannten \u201e\u00dcberfl\u00fcssigen\u201c werden in Ghettos und wachsende Slums gedr\u00e4ngt.<br \/>\nMenschen werden in Jobs gedr\u00e4ngt, in denen ihre grundlegendsten Rechte nicht anerkannt werden.<br \/>\nDies f\u00fchrt vor allem in unseren Importl\u00e4ndern zur Verschlechterung der Arbeitsbedingungen von B\u00e4uerInnen und ArbeiterInnen, im Besonderen von MigrantInnen, die die Funktion von schlecht behandelten Arbeitstieren aus\u00fcben, wo Maschinen nicht einsetzbar sind, um die Produktionskosten m\u00f6glichst gering zu halten. &#8211; Gleichzeitig wird ein \u00dcberschuss an industriellen Nahrungsmitteln geschaffen, der entweder im Abfall landet oder M\u00e4rkte innerhalb und au\u00dferhalb Europas \u00fcberschwemmt und damit die lokalen Produktionen zerst\u00f6rt. Dies wird beg\u00fcnstigt durch die vorherrschende Handels- und Entwicklungspolitik der EU, der Welthandelsorganisation WTO und anderen.<\/p>\n<p>In der anschlie\u00dfenden Diskussion wurden eine Reihe von Ma\u00dfnahmen genannt, die uns einen individuellen Handlungsspielraum er\u00f6ffnen:<br \/>\nSei es durch die pers\u00f6nliche und bewusste Kaufentscheidung, bei der man immer auf die Herkunft und Qualit\u00e4t der Produkte achtet und sich nicht durch Schn\u00e4ppchenpreise, Sonderangebote und vermeintliche Preisvorteile durch Gro\u00dfpackungen verleiten l\u00e4sst.<br \/>\nAuch bei einem knappen Budget ist es oft sinnvoller, sich nicht an scheinbar g\u00fcnstigen Angeboten zu orientieren sondern zu schauen, was dem eigenen K\u00f6rper und der Gesundheit gut tut.<br \/>\nGes\u00fcndere und nahrhaftere Kost ist, vor allem wenn man die Vermeidung gesundheitlicher Folgesch\u00e4den durch Fehlern\u00e4hrung miteinbezieht, meistens nicht teurer, als vorwiegend industriell produzierte Nahrung.<br \/>\nNat\u00fcrlich wird auch versucht, mit Bio ein Gesch\u00e4ft zu machen, auch hier lohnt es sich, sich \u00fcber die Zertifizierung zu informieren und beim Anbieter des Vertrauens zu kaufen.<br \/>\nVielfach empfiehlt es sich f\u00fcr den Einkauf soziale Netzwerke zu nutzen. &#8211; Sich gemeinsam informieren, gemeinsam einkaufen oder sogar gemeinsam produzieren und kochen kann bei besserer Qualit\u00e4t g\u00fcnstiger kommen und auch noch eine Menge Spa\u00df bereiten.<br \/>\nGerade auch in dieser Hinsicht l\u00e4sst sich das Netzwerk des Talente-Tauschkreises vielf\u00e4ltig nutzen. F\u00fcr den gegenseitigen Informationsaustausch und die Organisation von gemeinsamen Aktivit\u00e4ten.<br \/>\nMittlerweile hat sich auch schon eine Initiativegruppe &#8222;Garten&#8220; organisiert, in der Ideen entwickelt werden, wie man gemeinsam von Tauschkreismitgliedern verf\u00fcgbare G\u00e4rten nutzen und gestalten kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(fk) Beim ersten Tauschkreistreffen nach den Sommer am 5. Sept. haben wieder an die 40 Mitglieder und Interessierte teil genommen. 10 haben sich neu als Mitglied angemeldet. 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